Wohnmobil mit flach montierten Solarmodulen am Alpensee, Familie am Campingtisch mit Kaffeemaschine und Laptop, E-Bikes am Heckträger

Solar fürs Wohnmobil

Der Aufbauakku hält zwei, vielleicht drei Tage. Eine Solaranlage auf dem Dach macht daraus dauerhafte Unabhängigkeit – auch auf dem Stellplatz ohne Säule.

Worauf es hier ankommt

Die Dachfläche ist knapp

Dachluken, Klimaanlage und Satellitenschüssel fressen Platz. Rechnen Sie mit rund der Hälfte der Gesamtfläche als nutzbar. Hochleistungsmodule mit über 20 % Wirkungsgrad holen aus derselben Fläche deutlich mehr heraus.

Teilverschattung ist der Normalfall

Bäume, Aufbauten, der Dachträger: Auf dem Wohnmobil liegt selten das ganze Modul frei in der Sonne. Ein MPPT-Laderegler holt hier bis zu 30 % mehr heraus als ein PWM-Regler.

Der Kühlschrank bestimmt alles

Ein Kompressorkühlschrank zieht 40 bis 60 Amperestunden am Tag und läuft im Sommer nahezu durch. Er allein entscheidet meist über die Anlagengröße.

Vibration und Gewicht

Jedes Kilo auf dem Dach geht von der Zuladung ab und wandert nach oben. Klebemontage statt Bohren erhält die Dachdichtigkeit, verlangt aber sorgfältige Vorbereitung.

In drei Schritten zur Anlage

1 · Bedarf ermitteln

Sagen Sie dem Konfigurator, was Sie versorgen wollen. Er rechnet Solarleistung, Akkugröße und Ladereglerstärke aus.

2 · Wechselrichter wählen

Wenn 230-Volt-Geräte dazukommen, entscheidet der Anlaufstrom über die Größe – nicht die Nennleistung.

3 · Verkabelung auslegen

Zu dünne Leitungen kosten Ladeleistung und werden warm. Hier bekommen Sie Querschnitt und Sicherung.

Victron Phoenix Sinus-Wechselrichter in der Camper-Küche versorgt Wasserkocher und Laptop
230 Volt an Bord: Ein Phoenix-Wechselrichter am Bordakku – Kaffee, Laptop und Ladegeräte ohne Landstrom.

Typische Auslegung

NutzungSolarleistungSpeicherWomit Sie rechnen können
Wochenendtrips100–150 W100 Ah LiFePO4Licht, Handy, Wasserpumpe
Mehrwöchige Reisen200–300 W150–200 Ahzusätzlich Kühlschrank und Laptop
Dauerreisende400 W und mehr300 Ahvolle Ausstattung, auch im Winter

Die Werte sind Richtwerte für ein 12-Volt-System im Sommerbetrieb. Der Konfigurator rechnet Ihren tatsächlichen Bedarf aus.

Passende Sets

Komplettsets mit flach montierten Modulen, MPPT-Regler und Bordakku – abgestimmt auf 12-Volt-Bordnetze. Der Konfigurator sagt Ihnen, welches Set zu Ihrem Tagesbedarf passt.

Häufige Fragen

Flexible oder gerahmte Module?

Gerahmte Module sind günstiger, langlebiger und kühlen besser, weil Luft darunter zirkuliert. Flexible Module lohnen sich nur bei gewölbten Dächern oder wenn jedes Kilo zählt – sie altern schneller, weil sie direkt aufliegen und sich stärker erwärmen.

Reicht nicht die Lichtmaschine?

Sie lädt nur während der Fahrt und bei modernen Fahrzeugen mit Euro-6-Motormanagement oft nur kurz. Wer mehrere Tage am selben Ort steht, kommt ohne Solar oder Landstrom nicht aus.

Was bringt Solar im Winter?

Etwa ein Drittel des Sommerertrags. Ein 200-Watt-Modul liefert im Juni rund 600 Wattstunden am Tag, im Dezember eher 160. Für Wintercamping muss die Anlage entsprechend größer ausfallen.