Victron SmartSolar MPPT 150/35 Laderegler und Offgridtec LiFePO4 Pro 200Ah Batterie im Technikfach eines Campers

Welcher MPPT-Laderegler passt zu meinen Modulen?

MPPT-Rechner

Zwei Grenzen entscheiden: Die Leerlaufspannung Ihrer Module darf den Reglereingang auch bei Kälte nie überschreiten, und der Regler muss den Ladestrom aus der Modulleistung verkraften. Der Rechner prüft beides für Ihre Verschaltung und zeigt passende Regler aus dem Sortiment.

Welche Batteriespannung hat Ihre Anlage?

Der Regler muss zur Systemspannung passen. Viele Modelle decken 12 und 24 V ab, 48 V können nur dafür ausgelegte Regler.

Systemspannung

Welche Module hängen Sie an den Regler?

Leistung je Modul, Modultyp und Verschaltung bestimmen Spannung und Strom am Reglereingang. Die Typ-Werte sind typische Datenblattwerte – die Zahlen aus dem Datenblatt Ihres Moduls können Sie direkt eintragen.

Nennleistung eines Moduls in Watt Peak
Modultyp
Module in Reihe
Stränge parallel
Verschaltung: ein Modul an MPPT-Regler und Batterie
Verschaltungsskizze: Module, MPPT-Regler, Batterie.

Wie kalt und wie heiß wird es am Modul?

Kälte hebt die Leerlaufspannung an, Hitze senkt die Arbeitsspannung. Gerechnet wird mit −0,30 % je Kelvin für Voc und −0,35 % je Kelvin für Vmp, typischen Werten kristalliner Module.

Kälteste Modultemperatur
Heißeste Modultemperatur

So liegen Ihre Werte im Fenster des Reglers

Links die Spannung: Der heiße Arbeitspunkt muss über der Ladeschlussspannung plus 5 V liegen, die kalte Leerlaufspannung unter der Eingangsgrenze. Darunter der Ladestrom im Vergleich zum Nennstrom des empfohlenen Reglers.

Spannungsfenster des Reglers
Spannungsfenster: Die Arbeitsspannung muss über der Ladeschlussspannung plus 5 V liegen, die Leerlaufspannung unter der Eingangsgrenze des Reglers.
Empfehlung –Zum Ergebnis

So funktioniert ein MPPT-Laderegler – kurz erklärt

Ein Solarmodul liefert nicht einfach „Strom“, sondern eine Kombination aus Spannung und Strom, die sich mit Sonne und Temperatur ständig verschiebt. Der MPPT-Laderegler sucht daraus fortlaufend den Punkt der größten Leistung heraus und wandelt ihn auf die Spannung um, die die Batterie zum Laden braucht.

Beispiel: Ein Modul liefert 36 Volt und 5,5 Ampere, also 200 Watt. Der MPPT-Regler wandelt das auf 14,4 Volt Ladespannung um – mit knapp 14 Ampere Ladestrom bei derselben Leistung. Solarmodul 36 V × 5,5 A = 200 W 36 V 5,5 A MPPT Spannung runter, Strom rauf 14,4 V ≈ 14 A Batterie 12 V Ladeschluss 14,4 V Ladestrom 200 W ÷ 14,4 V ≈ 13,9 A Die Leistung bleibt – der Strom wächst, wenn die Spannung sinkt
Rechenbeispiel ohne Wandlerverluste; in der Praxis liegen einige Prozent weniger an der Batterie an.
Wichtig für Kabel und Sicherung: Der Ladestrom kann deutlich höher sein als der Modulstrom. Auf dem Modul-Datenblatt steht der Kurzschlussstrom Isc – der höchste Strom, den das Modul selbst liefern kann, im Beispiel rund 6 A. Am Ladeausgang des Reglers fließen bei 12 V trotzdem knapp 14 A, weil der MPPT die hohe Modulspannung in Strom umsetzt: 36 V × 5,5 A sind 200 W, und 200 W bei 14,4 V Ladespannung ergeben 13,9 A. Je höher die Modulspannung im Verhältnis zur Batterie, desto größer dieser Effekt – bei einem 24-V-System und zwei Modulen in Reihe genauso. Die Leitung vom Regler zur Batterie und ihre Sicherung müssen deshalb nach dem Nennstrom des Reglers ausgelegt werden, nicht nach dem Modulstrom; die Modulleitung dagegen nach dem Kurzschlussstrom aller parallelen Stränge. Beide Werte rechnet der Kabelquerschnitt-Rechner aus.
Was ist der MPP?

MPP steht für „Maximum Power Point“, den Punkt maximaler Leistung. Ein Modul kann bei Leerlauf seine höchste Spannung (Voc) liefern, dann fließt aber kein Strom; bei Kurzschluss fließt der höchste Strom (Isc), dann liegt keine Spannung an. Dazwischen gibt es genau einen Arbeitspunkt, an dem Spannung mal Strom am größten ist – das ist der MPP mit den Datenblattwerten Vmp und Imp. Er wandert: Bei Kälte liegt er höher, bei Hitze niedriger, bei wenig Licht sinkt vor allem der Strom.

Was macht ein MPPT-Regler genau?

MPPT heißt „Maximum Power Point Tracking“, also das Nachführen dieses Punkts. Der Regler verändert laufend die Last am Modul, misst, ob mehr Leistung herauskommt, und bleibt am besten Punkt. Ein eingebauter Gleichspannungswandler setzt die gefundene Modulspannung dann auf die Ladespannung der Batterie um – wie ein elektrisches Getriebe, das hohe Spannung gegen hohen Strom tauscht. Nebenbei übernimmt er die eigentliche Ladesteuerung: Hauptladung, Absorption und Erhaltung, passend zur eingestellten Zellchemie.

Was bestimmt die Leistungsgrenzen eines Reglers?

Drei Angaben aus dem Datenblatt. Erstens die maximale Eingangsspannung: Die Leerlaufspannung aller Module in Reihe darf sie auch bei Kälte nie überschreiten, sonst nimmt der Regler Schaden. Zweitens der Nennstrom am Ausgang, etwa 30 A bei einem „100/30″: Mehr Ladestrom gibt der Regler nicht ab, überschüssige Modulleistung bleibt einfach ungenutzt. Drittens folgt daraus die Nennleistung je Systemspannung – derselbe 30-A-Regler lädt an 12 V mit rund 430 W, an 24 V mit rund 860 W, weil bei doppelter Spannung derselbe Strom doppelte Leistung transportiert. Genau diese drei Grenzen prüft der Rechner oben.

Warum muss die Modulspannung über der Batteriespannung liegen?

Der Wandler im MPPT kann Spannung nur nach unten setzen. Damit er überhaupt zu laden beginnt, braucht er am Eingang einige Volt mehr als die Ladeschlussspannung der Batterie – bei 12 V also rund 19 V, bei 24 V rund 34 V. Ein einzelnes 12-V-Modul mit 18 V Arbeitspunkt reicht an einem heißen Sommertag deshalb nicht sicher für 12 V, an 24 V nie; zwei Module in Reihe lösen das. Zu wenig Spannung heißt nicht Schaden, sondern schlicht kein Laden.

Warum zählt bei der Leerlaufspannung die Kälte?

Die Spannung eines Moduls steigt, wenn es kalt wird – rund 0,3 Prozent je Grad. Ein Modul mit 41 V Leerlaufspannung bei 25 °C liefert an einem klaren Wintermorgen bei −10 °C etwa 45 V, zwei in Reihe also 90 V. Wer den Regler nur nach dem Datenblattwert bei 25 °C auswählt, kann die Eingangsgrenze im Winter überschreiten. Der Rechner setzt deshalb die kälteste zu erwartende Modultemperatur an.

MPPT oder PWM?

Ein PWM-Regler zieht die Modulspannung einfach auf Batteriespannung herunter und verschenkt den Spannungsüberschuss – das funktioniert nur mit Modulen, die zur Batterie passen (36 Zellen an 12 V). Ein MPPT nutzt den Überschuss als zusätzlichen Ladestrom, erlaubt Module mit höherer Spannung und Reihenschaltung und liefert vor allem bei Kälte, in der Übergangszeit und bei längeren Leitungen mehr Ertrag. Bei kleinen 12-V-Anlagen mit passendem Modul ist PWM eine günstige Lösung, ab mittleren Leistungen oder Hausmodulen führt kein Weg am MPPT vorbei.

So rechnet der MPPT-Rechner

Der Rechner prüft, ob Ihre Module mit dem gewählten Laderegler zusammenpassen: Spannung bei Kälte, Spannung bei Hitze und Ladestrom.

  1. Leerlaufspannung bei Kälte: Voc × Anzahl der Module in Reihe × (1 − 0,0030 × (Tiefsttemperatur − 25 °C)); voreingestellt sind −10 °C. Dieser Wert muss unter der maximalen PV-Eingangsspannung des Reglers liegen, sonst kann der Regler Schaden nehmen.
  2. MPP-Spannung bei Hitze: Vmp × Anzahl in Reihe × (1 − 0,0035 × (Höchsttemperatur − 25 °C)); voreingestellt sind 65 °C Modultemperatur. Sie muss mindestens 5 V über der Ladeschlussspannung des Akkus liegen (14,4 V bei 12 V, 28,8 V bei 24 V, 57,6 V bei 48 V), damit der Regler auch an heißen Tagen voll laden kann.
  3. Ladestrom: gesamte Modulleistung ÷ Ladespannung. Der Regler sollte mindestens diesen Ladestrom liefern.
  4. Kurzschlussstrom: Isc (aus Leistung ÷ Vmp mit 8 % Aufschlag) × Anzahl paralleler Stränge; mit 25 % Sicherheitsaufschlag ergibt sich die Grundlage für Strangsicherung und Reglereingang.

Beispielrechnung

Zwei 200-W-Module (Voc 22,5 V, Vmp 18,5 V) in Reihe an einer 12-V-Batterie:

  • Voc bei −10 °C: 2 × 22,5 V × 1,105 ≈ 49,7 V – ein Regler mit 100 V Eingangsspannung ist ausreichend
  • Vmp bei 65 °C: 2 × 18,5 V × 0,86 ≈ 31,8 V – deutlich über den nötigen 19,4 V
  • Ladestrom: 400 W ÷ 14,4 V ≈ 27,8 A → Regler mit 30 A, zum Beispiel ein MPPT 100/30

Die Modulwerte Voc und Vmp finden Sie auf dem Typenschild bzw. im Datenblatt Ihres Moduls.

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