
Welcher Wechselrichter passt?
Wechselrichter-Rechner
Die meisten Fehlkäufe entstehen, weil nur die Nennleistung betrachtet wird. Entscheidend ist der Anlaufstrom: Kühlschränke und Pumpen fordern beim Einschalten das Drei- bis Vierfache. Dieser Rechner prüft beides.
Welche 230-V-Verbraucher sollen laufen?
Szenario antippen – es setzt typische Geräte vor – oder Geräte einzeln anhaken und Leistung sowie Anlauffaktor anpassen. Markieren Sie, was dauernd mitläuft (Kühlschrank, CPAP) und was Sie nur bei Bedarf einschaltest (Wasserkocher, Föhn, Werkzeug) – gerechnet wird mit dem, was realistisch gleichzeitig läuft.
Welche Systemspannung hat Ihr Akku?
Gleiche Leistung, bei 24 V halber und bei 48 V ein Viertel des Stroms aus der Batterie – entsprechend dünnere Kabel.
Wählen Sie oben Geräte – dann steht hier der Strom aus der Batterie.
So sieht die Last beim Einschalten aus
Realistische Dauerlast, Anlaufspitze des kritischsten Geräts und die Grenzen des empfohlenen Wechselrichters.
So rechnet der Wechselrichter-Rechner
Der Rechner ermittelt, welche Dauer- und Spitzenleistung Ihr Sinus-Wechselrichter liefern muss und welcher Strom dabei aus der Batterie fließt.
- Dauerlast: Summe der Geräte, die gleichzeitig laufen – Grundlast plus die größten Verbraucher, die Sie zusammen betreiben.
- Nennleistung: Dauerlast × 1,2 (20 % Reserve). Der Wechselrichter sollte mindestens diese Dauerleistung haben.
- Anlaufspitze: Geräte mit Motor oder Kompressor ziehen beim Einschalten ein Vielfaches ihrer Nennleistung. Gerechnet wird: Leistung des anlaufenden Geräts × Anlauffaktor, während die übrige Last weiterläuft. Die Spitzenleistung des Wechselrichters muss diesen Wert abdecken.
- Batteriestrom: Leistung ÷ (Systemspannung × 0,88 Wirkungsgrad). Daraus ergeben sich Batteriekabel und Sicherung – Letztere als nächste Normgröße (40, 60, 80 … 600 A).
- Parallelbetrieb: Reicht ein Gerät nicht, zeigt der Rechner, wie viele gleiche Geräte im Verbund die Last tragen.
Beispielrechnung
Kaffeemaschine 1.000 W und Laptop 60 W laufen gleichzeitig, 12-V-System:
- Dauerlast: 1.060 W
- Nennleistung: 1.060 W × 1,2 = 1.272 W – also ein Wechselrichter ab etwa 1.300 W Dauerleistung
- Batteriestrom: 1.060 W ÷ (12 V × 0,88) ≈ 100 A – entsprechend dicke Batteriekabel und eine kurze Leitung
Bei 24 V halbiert sich der Batteriestrom für dieselbe Leistung. Den passenden Kabelquerschnitt berechnet der Kabelrechner.
Häufige Fragen
Muss ich mit allen Geräten gleichzeitig rechnen?
Nein – und genau das führt oft zu überdimensionierten Wechselrichtern. Entscheidend ist, was wirklich gleichzeitig läuft: die Grundlast (Kühlschrank, CPAP, Router) plus das größte Gerät, das Sie zeitweise einschalten. Wer Wasserkocher, Föhn und Mikrowelle nacheinander nutzt, braucht nur so viel Leistung wie für das stärkste davon plus Grundlast. Im Rechner markieren Sie dafür jedes Gerät als „läuft dauernd mit“ oder „nur bei Bedarf“.
Wann lohnt sich 24 oder 48 Volt statt 12 Volt?
Ab etwa 2.000 W Dauerlast fließen bei 12 V rund 200 A aus der Batterie. Das verlangt Kabel ab 70–95 mm², große Sicherungen und belastet den Akku stark. Mit 24 V halbiert sich der Strom, mit 48 V viertelt er sich. Der Umstieg bedeutet einen Akku in der höheren Spannung (oder 12-V-Blöcke in Reihe) und ein passendes Ladegerät; Solarladeregler erkennen 12 und 24 V meist automatisch. Für Wohnmobile bis rund 2.000 W bleibt 12 V die praktische Wahl, für Häuser und Hütten mit hoher Last ist 48 V Standard.
Was ist der Unterschied zwischen Wechselrichter und Kombigerät?
Ein reiner Wechselrichter macht aus Batteriestrom 230 V. Ein Kombigerät wie der Victron MultiPlus lädt zusätzlich die Batterie am Landstrom oder Generator und schaltet bei Netzausfall unterbrechungsfrei um (USV). Das lohnt sich, wenn Sie regelmäßig Landstrom nutzen oder Notstrom ohne Umstecken wollen – sonst ist der reine Wechselrichter günstiger.
Was ist ein Anlaufstrom?
Motoren und Kompressoren ziehen im Moment des Einschaltens ein Vielfaches ihrer Nennleistung – ein Kühlschrank mit 150 Watt kann kurzzeitig 600 Watt fordern. Der Wechselrichter muss diese Spitze liefern, sonst schaltet er ab. Reine Heizgeräte wie Wasserkocher oder Toaster haben diesen Effekt nicht.
Warum reicht die Nennleistung allein nicht?
Weil zwei verschiedene Grenzen gelten: die Dauerleistung für den Normalbetrieb und die Spitzenleistung für Anlaufmomente. Wie viel ein Gerät kurzzeitig schafft, steht im Datenblatt – bei Victron etwa das 2- bis 2,5-Fache der Dauerleistung. Der Rechner prüft beide Grenzen mit den Datenblattwerten jedes Geräts.
Reiner oder modifizierter Sinus?
Modifizierter Sinus ist günstiger, erzeugt aber eine eckige Spannungskurve. Motoren laufen dadurch heißer, Schaltnetzteile brummen, empfindliche Elektronik und Medizingeräte können ausfallen. Nur bei rein ohmschen Verbrauchern wie Heizgeräten ist er unbedenklich. Im Zweifel reiner Sinus.
Warum fließen so hohe Ströme aus der Batterie?
Weil die Leistung bei niedriger Spannung nur über hohen Strom zustande kommt. 2000 Watt bedeuten bei 12 Volt rund 190 Ampere. Deshalb sind bei größeren Wechselrichtern 24 oder 48 Volt Systemspannung sinnvoll – gleiche Leistung, halber oder viertel Strom, entsprechend dünnere Kabel.
Fehler gefunden oder eine Idee?
Sie helfen uns sehr, wenn Sie uns kurz schreiben, falls Ihnen bei diesem Rechner ein Fehler auffällt oder Sie einen Verbesserungsvorschlag haben. Jede Rückmeldung wird gelesen und hilft, unsere Werkzeuge für alle besser zu machen.
Rückmeldung schreiben
Lieber per E-Mail? info@solar-autark.com
