Inselanlage im Überblick: Wohnmobil mit flach montierten Solarmodulen in den Alpen, Gartenhaus mit Solardach und Teich, Wohnzimmer bei Stromausfall mit Kerzen und Anker SOLIX Powerstation

Welche Solaranlage passt zu meinem Strombedarf?

Solar-Konfigurator

In vier Schritten zur passenden Anlage – ohne Fachwissen. Sie sagen, was Sie versorgen wollen, wir rechnen Solarleistung, Akku und Laderegler aus.

Wo setzen Sie die Anlage ein?

Die Auswahl setzt typische Geräte vor – alles danach frei änderbar.

Welche Verbraucher sollen versorgt werden?

Geräte anhaken, Leistung und Stunden pro Tag anpassen. Daraus entsteht Ihr Tagesbedarf in Wattstunden.

Tagesbedarf 0 Wh

Die Voreinstellungen sind Planungsannahmen für typische 12-V-Geräte, keine Messwerte Ihrer Ausstattung. Bei Kühl- und Gefriergeräten zählt nicht die Anschlussleistung, sondern wie lange der Kompressor am Tag tatsächlich läuft – bei Hitze, oft geöffneter Tür oder älteren Geräten deutlich länger als hier angesetzt. Tragen Sie Ihre eigenen Werte ein, wenn Sie sie kennen: Sie stehen auf dem Typenschild oder im Datenblatt.

Wie speichern Sie – und wann nutzen Sie den Strom?

Speichertechnik, Nutzungsrhythmus, Jahreszeit und Reservetage bestimmen, wie groß Solar und Speicher werden.

Speichersystem

Wie nutzen Sie die Anlage?

Jahreszeit
Tage
0 bedeutet: der Speicher trägt genau die gewählte Nutzung. Jeder Regentag vergrößert ihn.

Wie viel Solarleistung bauen Sie auf?

Empfohlen ist die Leistung, die Ihren Tagesbedarf in der gewählten Jahreszeit deckt. Mehr Leistung lädt auch bei trübem Wetter voll, weniger Leistung bedeutet: der Speicher trägt länger. Wählen Sie eine Leistung aus der Liste oder tragen Sie einen eigenen Wert ein – erst danach entstehen Ergebnis und Empfehlungen.

W
Für Zwischenwerte und Anlagen über 1.000 W.

So viel liefert Ihre Solarleistung im Jahresverlauf

Tagesertrag der empfohlenen Modulleistung je Jahreszeit gegen Ihren Tagesbedarf.

Tagesertrag je Jahreszeit
Tagesertrag Solargewählte JahreszeitIhr Tagesbedarf
Anlage –Zum Ergebnis

Die drei Systemklassen

Kompakt

bis 60 Ah/Tag (≈ 770 Wh)

rund 250 W Solar · 100–200 Ah LiFePO4 · 20–30 A MPPT

250 W liefern im Sommer rund 900 Wh am Tag. Passt für Wochenendtrips mit Kühlbox, Licht und Handy.

Komfort

60–120 Ah/Tag (770–1.540 Wh)

250–550 W Solar · 200–400 Ah LiFePO4 · 30–50 A MPPT

Liefert im Sommer 900–2.000 Wh am Tag. Für längere Standzeiten mit voller Ausstattung.

Autark

über 120 Ah/Tag (1.540 Wh+)

550 W+ Solar · 400 Ah+ LiFePO4 · 50 A+ MPPT

Mehrere Tage Autarkie auch bei bewölktem Wetter. Für Dauerreisende und Hütten mit Inselanlage.

So rechnet der Solar-Konfigurator

Der Konfigurator arbeitet mit festen, offen dokumentierten Rechenschritten. Alle Werte sind Planungsgrößen für eine Inselanlage in Deutschland; die tatsächlichen Erträge hängen von Standort, Ausrichtung, Verschattung und Temperatur ab.

  1. Tagesbedarf: Für jedes ausgewählte Gerät wird Leistung in Watt × Betriebsstunden pro Tag gerechnet und aufsummiert – das Ergebnis ist Ihr Tagesbedarf in Wattstunden (Wh).
  2. Nutzungsrhythmus: Nutzen Sie die Anlage nur am Wochenende (2 Tage) oder am langen Wochenende (3 Tage), kann die Sonne eine ganze Woche nachladen. Gerechnet wird dann mit dem durchschnittlichen Tagesbedarf: Bedarf × Nutzungstage ÷ 7.
  3. Solarleistung: durchschnittlicher Tagesbedarf × 1,2 (20 % Reserve) ÷ Tagesertrag je Watt Modulleistung. Für die gewählte Jahreszeit setzt der Konfigurator an: Sommer 3,6 Wh, Frühjahr/Herbst 2,4 Wh, Spätherbst 1,6 Wh und Winter 0,72 Wh je Watt Modulleistung und Tag. Bei AGM- und Gel-Akkus kommt ein Ladewirkungsgrad von 87,5 % hinzu. Das Ergebnis wird auf 10 W aufgerundet.
  4. Speicher: Maßgeblich ist der größere von zwei Werten – Tagesbedarf × (1 + Autarkie-Tage) oder der Bedarf im Nutzungsblock abzüglich Solarertrag zuzüglich der Autarkie-Tage. Darauf kommen 10 % Reserve, anschließend wird durch die nutzbare Kapazität geteilt: 80 % bei LiFePO4, 50 % bei AGM/Gel, 85 % bei Powerstations. Diese Anteile sind Rechenannahmen für eine schonende Nutzung, keine Produktangaben. Die Akkugröße wird auf die nächste Standardgröße aufgerundet (50, 100, 150, 200 Ah …), gerechnet mit 12,8 V (LiFePO4) bzw. 12 V (AGM/Gel).
  5. Laderegler: Solarleistung ÷ Systemspannung × 1,15 ergibt den nötigen Ladestrom; empfohlen wird die nächste Reglergröße (10, 15, 20, 30, 40, 50, 60, 80 oder 100 A). Die genaue Modulverschaltung prüfen Sie anschließend im MPPT-Rechner.
  6. Errechnete Kaufempfehlung: Aus diesen Werten sucht der Konfigurator Sets, Powerstations und Einzelkomponenten, deren Solarleistung, Speicher und Laderegler den Bedarf abdecken – bei Powerstations wird zusätzlich geprüft, ob der Solareingang die berechnete Modulleistung aufnehmen kann.

Beispielrechnung: Wohnmobil im Sommer

Kompressor-Kühlbox 45 W × 8 h = 360 Wh, LED-Beleuchtung 10 W × 4 h = 40 Wh, Handy und Tablet 20 W × 2 h = 40 Wh – zusammen 440 Wh am Tag, tägliche Nutzung, 2 Autarkie-Tage, LiFePO4-Akku.

  • Solarleistung: 440 Wh × 1,2 ÷ 3,6 Wh/W ≈ 147 W → 150 W
  • Speicher: 440 Wh × (1 + 2) = 1.320 Wh; × 1,1 Reserve ÷ 0,8 ≈ 1.815 Wh; ÷ 12,8 V ≈ 142 Ah → 150 Ah LiFePO4
  • Laderegler: 150 W ÷ 12,8 V × 1,15 ≈ 13,5 A → 15 A MPPT

Wählen Sie statt Sommer die Jahreszeit Winter, steigt die rechnerische Solarleistung für denselben Bedarf auf rund 730 W – ein Grund, weshalb viele Inselanlagen im Winter zusätzlich über Landstrom, Lichtmaschine oder Generator nachgeladen werden.

Häufige Fragen

Wie genau ist diese Berechnung?

Sie liefert Richtwerte für ein 12-V-System. Gerechnet wird mit dem Tagesertrag je Watt Modulleistung der gewählten Jahreszeit (Sommer 3,6 Wh, Frühling 2,4 Wh, Herbst 1,6 Wh, Winter 0,7 Wh – Einstrahlung × 0,8 Systemwirkungsgrad), 20 % Planungsreserve bei der Solarleistung und 10 % Reserve beim Speicher; der Solarertrag an den Nutzungstagen wird beim Speicherbedarf gegengerechnet, mindestens ein Tag Bedarf (die Nacht) plus die gewählten Regentage muss der Speicher tragen. Standort, Ausrichtung, Verschattung und die tatsächliche Einschaltdauer Ihrer Geräte verschieben das Ergebnis. Die verbindlichen Werte stehen in den Detailangaben der Sets und Komponenten.

Warum LiFePO4 statt AGM?

In der Kalkulation rechnen wir bei LiFePO4 mit 80 % nutzbarer Kapazität, bei AGM und Gel mit 50 %. Für dieselbe nutzbare Energie ersetzt ein 200-Ah-LiFePO4-Akku damit rechnerisch eine 320-Ah-AGM-Bank – bei deutlich geringerem Gewicht. Zyklenangaben sind Laborwerte des jeweiligen Produkts; im Alltag entscheiden Entladetiefe, Ladetechnik, Temperatur und Standzeiten über die Lebensdauer. AGM und Gel sind in der Anschaffung günstiger und halten bei passender Auslegung und pfleglicher Behandlung viele Jahre.

MPPT oder PWM-Laderegler?

Ein MPPT-Regler passt die Spannung dynamisch an und holt bis zu 30 % mehr Energie aus demselben Modul – besonders bei Teilbeschattung, Kälte und wechselndem Licht. Ab etwa 100 W Solarleistung ist MPPT die richtige Wahl.

Was bedeuten die Autarkie-Tage?

Sie geben an, wie lange Ihr Speicher Ihren Verbrauch tragen soll, ohne dass Sonne nachlädt. Zwei Tage sind ein guter Alltagswert; wer im Herbst oder in nördlichen Regionen unterwegs ist, sollte drei bis vier ansetzen.

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